Viele Unternehmer haben Ziele.
Sie wissen, was sie erreichen wollen.
Mehr Struktur.
Mehr Entlastung.
Mehr unternehmerische Freiheit.
Und trotzdem bleibt am Ende des Monats alles beim Alten.
Nicht, weil die Ziele falsch wären – sondern weil sie keinen Zeitpunkt haben, an dem sie greifen müssen.
Woran das wirklich liegt
In der Praxis sehe ich ein wiederkehrendes Muster:
Ziele sind formuliert – aber zeitlich nicht verankert.
Typische Aussagen sind:
• „Das ist ein Ziel für dieses Jahr.“
• „Da wollen wir uns perspektivisch hin entwickeln.“
• „Das nehmen wir uns als nächstes größeres Thema vor.“
Was fehlt, ist nicht der Wille.
Was fehlt, ist Zeitbindung.
Ohne klaren Zeitpunkt bleibt ein Ziel immer verhandelbar.
Und im Mittelstand gewinnt dann fast immer das Tagesgeschäft.
Was das im Alltag bedeutet
Ziele ohne Zeit haben eine fatale Nebenwirkung:
👉 Sie erzeugen ein dauerhaftes schlechtes Gewissen, aber keine Bewegung.
Im Alltag zeigt sich das so:
• Wichtige Themen werden immer wieder verschoben
• Strategische Vorhaben „laufen mit“, aber nie vorne
• Entscheidungen werden nicht getroffen, sondern vertagt
Langfristig entsteht Frust:
Bei dir – weil du weißt, dass mehr möglich wäre.
Beim Team – weil nichts wirklich verbindlich wird.
Stillstand fühlt sich dann wie Dauerstress an.
Meine Erfahrung aus der Praxis
Ich habe das selbst erlebt – als Geschäftsführer und später in vielen Unternehmen.
Solange ein Ziel keinen konkreten Zeitpunkt hat, bleibt es nett formuliert, aber folgenlos.
Erst als wir angefangen haben, Ziele klar zu terminieren, hat sich Führung verändert:
• Entscheidungen wurden klarer
• Prioritäten wurden sichtbar
• Diskussionen wurden kürzer
Zeit macht Ziele unbequem.
Und genau das ist ihre Stärke.
Was wirklich hilft
Es braucht keine aufwendigen Zielsysteme.
Aber es braucht Verbindlichkeit.
Drei Hebel, die sich in der Praxis bewährt haben:
1. Ziele brauchen ein klares „bis wann“
Nicht „dieses Jahr“, sondern:
• bis Ende Q2
• ab dem 1. Oktober
• spätestens zum nächsten Strategie-Review
Ein Ziel ohne Zeitpunkt ist ein Wunsch.
Kein Führungsinstrument.
2. Zeit entscheidet über Priorität
Was keinen Termin hat, verliert immer gegen:
• Kunden
• Mitarbeiter
• operative Probleme
Erst wenn ein Ziel zeitlich fixiert ist, darf es andere Themen verdrängen.
Vorher bleibt es höflich im Hintergrund.
3. Führung heißt, Zeit zu blocken – nicht nur Aufgaben zu verteilen
Viele Ziele scheitern nicht an Kompetenz, sondern an Kalendern.
Wenn ein Ziel wichtig ist, muss es:
• feste Zeitfenster haben
• regelmäßig überprüft werden
• sichtbar im Führungsalltag stattfinden
Alles andere ist Wunschdenken.
Fazit
Ziele ohne Zeit sind nicht falsch.
Sie sind nur wirkungslos.
Erst durch einen klaren Zeitpunkt werden sie:
• entscheidungsrelevant
• führungswirksam
• alltagstauglich
Nicht mehr Ziele bringen Fortschritt.
Sondern Ziele, die einen festen Platz in deinem Kalender haben.
👉 Reflexionsfrage zum Abschluss:
Welches deiner aktuellen Ziele hätte sofort mehr Wirkung,
wenn du ihm heute ein klares „bis wann“ geben würdest?
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